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Wird zu viel in KI und zu wenig in die Mitarbeitenden investiert?

«Firmen sollten überlegen, wie sie ihre Mitarbeitenden dazu befähigen können, das Beste aus ihren menschlichen Fähigkeiten hervorzuholen – nicht in Konkurrenz zur Maschine, sondern mit deren Unterstützung. Dieser Artikel in der NZZ von heute enthält Botschaften, die ich sehr wichtig finde. Denn leider läuft es in vielen Unternehmen und Organisationen gar nicht gut.

Wie motivierend ist es für Mitarbeitende, wenn sie ständig hören, sie müssten dank dem Einsatz von KI-Tools effizienter und schneller werden?

Da schwingt gleichzeitig die Botschaft mit, mit weniger Menschen mehr erreichen zu können. Das schürt das Misstrauen, auch gegenüber von KI. Doch KI ist nicht das Problem. Es sind Menschen, die diese Probleme verursachen.

Im Praxischeck wird schnell klar, dass die Erwartungen vieler Führungskräfte völlig übertrieben sind. Nutzen Sie KI selber auch? Das frage ich mich häufig.

Denn für ein gutes Ergebnis braucht es prägnante Anweisungen und ein Ping-Pong. Und es fallen Kontroll- und Überprüfungstätigkeiten an. Das ist Arbeit, die nicht ohne Hirnschmalz zu haben ist. (Ausser, man produziert «AI Slop».)

Gleichzeitig müssen wir Acht geben, dass wir nicht ausbrennen, wenn das Hamsterrad noch schneller dreht. Wenn wir das Gefühl haben, alles selber erledigen zu müssen und von einem zum anderen Thema hetzen.

Unabhängig davon, ob KI zum Einsatz kommt oder nicht: Für das Ergebnis bleiben wir verantwortlich. KI ist nie «schuld», wenn etwas schief läuft.

Und es wird auch immer weniger relevant, ob KI einsetzt wird oder nicht. Was zählt, ist das Ergebnis.

Ich bin überzeugt, dass echte Mehrwerte da entstehen, wo die Mitarbeitenden (mit-) entscheiden, wo KI eingesetzt werden kann und soll. Sie kennen die Prozesse am besten. Sie wissen, was ihre Tätigkeit und damit die Leistung des Unternehmens aufwertet statt abwertet.

Die Mitarbeitenden «ins Boot zu holen» genügt nicht. Diese Floskel höre ich leider regelmässig an Konferenzen. Es geht um das Mitgestalten! Es ist ein grundlegendes Bedürfnis von uns Menschen, Einfluss zu haben. Wirksam zu sein.

Als Basis dafür braucht es Schulungen, damit jede Person in ihrem Einflussbereich und im Team abschätzen kann, wo KI unterstützen, entlasten oder den eigenen Handlungsspielraum erweitern kann.

Besonders wertvoll ist in diesem Kontext der interne Erfahrungsaustausch. Was funktioniert, was nicht? Was passt zu uns und den Erwartungen an uns?

Mit diesem Vorgehen werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Arbeit wird aufgewertet statt abgewertet. Und die Unternehmen setzen KI da ein, wo es wirklich sinnvoll ist. Eigentlich logisch?!

PS: Das ist übrigens auch ein wichtiges Thema in meinem Buch, das ich gerade am Schreiben bin. Wer nichts verpassen möchte, abonniert sich am besten meinen Newsletter. 😉

Anlass für diesen Post auf LinkedIn war der Artikel «KI arbeitet, aber der Mensch entscheidet» vom 2. Juni 2026 in der NZZ.